Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

2 Waffenaufbewahrungs-Fails, an die kaum jemand denkt

Wie Bodenstatik und galvanische Korrosion Waffenschrank und Waffen gefährden

Der richtige Aufstellungsort und geeignetes Waffenschrank-Zubehör sind längst nicht alles, was eine sachgemäße Waffenaufbewahrung ausmacht. Die Gesetze der Physik und Chemie trotzen gängigen Gepflogenheiten bei jeder Gelegenheit und auch die Tragfähigkeit des Bodens sollte nicht in jedem Wohnraum als selbstverständlich angesehen werden, um kritische Waffenaufbewahrungs-Fails zu vermeiden.

Boden & Statik

Unterschiedliche Regionen unterliegen ebenso individuellen Bauordnungen und Bestimmungen hinsichtlich der Beschaffenheit moderner Wohn- und Arbeitsräume. Der Beton selbst ist oft nicht die größte Herausforderung; der Estrich kann auf der Suche nach dem perfekten Plätzchen für den Waffenschrank zur weitaus größeren Herausforderung werden.

Spezialböden führen häufiger zu Waffenaufbewahrungs-Fails

Möchten Sie beim Thema Waffenverwahrung in Deutschland flexibler sein, fällt Ihre Wahl mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Waffenschrank mit einem Eigengewicht von über 200 kg. Der Ort, an dem Ihr Waffenschrank steht, muss dieses Gewicht – zuzüglich seines Inhalts – dauerhaft tragen können und das Gesamtgewicht gleichmäßig verteilen. Außerdem ist eine Verankerung in der Wand oder im Boden anzuraten.

Sonderkonstruktionen & Bodendesign

Ein erster beispielhafter Problemfall ist etwa eine Fußbodenheizung. Durch die Punktbelastung übt der Waffenschrank am Aufstellungsort dauerhaft eine Belastung auf den Boden aus. Fußbodenheizungen liegen üblicherweise in einem schwimmenden Estrich und sind nur durch eine Dämmschicht vom tragenden Betonboden getrennt. Der Estrich kann unter den Ecken und Kanten des Tresors ungleichmäßig einbrechen, wodurch der Waffenschrank in Schieflage gerät. Die Folgen: Der Korpus verzieht sich. Vielleicht nur minimal. Und doch genügt es, dass die präzise Mechanik des Tresors blockiert, die Tür an der Außenwand reibt oder sich das Schloss nicht mehr entriegeln lässt.

Weitere Waffenaufbewahrungs-Fails kommen hinzu, wenn die Fußbodenheizung selbst Schaden nimmt, etwa durch einen Rohrbruch oder eine Quetschung der Leitungen. Reißen sie gar komplett ab, kann im Boden direkt unter dem Waffenschrank heißes Heizungswasser austreten. Dieses sickert in den gebrochenen Estrich und verdampft nach oben hin. Vor allem, wenn der Tresor nicht verankert und die Bodenbohrung nicht abgedichtet ist, kann der Dampf durch sie bis in den Waffenschrank hineinziehen. Selbst an einem Aufstellungsort mit optimalen Umgebungsparametern finden Sie innerhalb weniger Tage ein tropisches Klima im Schrankinneren vor. Holzschäfte schimmeln, Metall korrodiert, Elektronikschlösser erleiden einen qualvollen Kurzschlusstod.

Waffenaufbewahrungs-Fails vermeiden: Was der Boden aushalten muss

Abhängig vom Tresor selbst, seinem Gewicht und seinen Maßen muss der Boden seine individuelle Tragfähigkeit mitbringen. Beton mit der Druckfestigkeitsklasse C20/25 oder höher wird ausdrücklich empfohlen. Es handelt sich hierbei um eine Standardbetonklasse für den Bau von Wohnräumen. Seine Zylinderdruckfestigkeit (20 MPa) und Würfeldruckfestigkeit (25 MPa) machen diese Betonklasse robust genug für den Einsatz als tragendes Bauteil, ohne dass spezielle Hochleistungsbeton-Mischungen erforderlich wären.

Weist der Beton in Ihren Wohnungen niedrigere Werte auf, sollten Sie nach einem alternativen Aufstellungsort suchen. Böden und Beläge auf schwimmendem Estrich eignen sich für derartige Belastungen generell nicht. Ebenfalls ungeeignet sind Böden, unter denen die Wahrscheinlichkeit von Hohlräumen hoch ist; beispielsweise Fliesenböden. Oder Räume, deren Boden spürbar uneben ist.

Interieur: Galvanische Korrosion

In einem Waffenschrank befindet sich selten nur eine einzige Schusswaffe. Statistisch gesehen nennen österreichische Waffenbesitzer im Schnitt 4 Schusswaffen ihr Eigen; in Deutschland sind es gar 5 bis 5,5. Bei der Aufbewahrung mehrerer Schusswaffen im selben Schrank können unterschiedliche Metalle auf engstem Raum aneinandergeraten.

Begriffserklärung

Sie kennen gewiss den Begriff der Korrosion. Korrosion ist ein Sammelbegriff für die chemische Zerstörung von Metallen. Das Endergebnis von Korrosion bei Eisen und Stahl ist Rost; Kupfer bekommt einen Grünspan. Kurzum: Jeder Rost ist Korrosion – aber nicht jede Korrosion führt zu Rost, das Endresultat hängt vom betroffenen Material ab.

Eine Sonderform unter den Waffenaufbewahrungs-Fails ist die sogenannte galvanische Korrosion. Sie entsteht, wenn zwei verschiedene Metalle, zum Beispiel Aluminium und Stahl, sich berühren und Feuchtigkeit zwischen die Metalle gelangt. Handschweiß oder bloße Luftfeuchtigkeit können bereits ausreichen. Berührt dieser dünne Feuchtigkeitsfilm die Kontaktstellen der beiden Metalle gleichzeitig, wird dieser verbindende Film leitfähig. Es entsteht eine elektrische Spannung zwischen diesen Metallen. Optisch ähnelt dieses Phänomen eher einer ausgelaufenen Batterie als herkömmlichem Rost. Dennoch kann die galvanische Korrosion, wenn die Luftfeuchtigkeit im Schrank nicht optimal ist, auch von Rostflecken begleitet sein.

Die Folge: Geladene Teilchen, Ionen, wandern vom unedleren Metall zum edleren ab. Dadurch verliert das unedlere Metall seine Struktur und zersetzt sich.

Wann könnten solche Waffenaufbewahrungs-Fails auftreten?

Beispielsweise dann, wenn der Handguard einer AR15-Langwaffe (Aluminium) am Lauf einer anderen Langwaffe (Stahl) anliegt. Wenn ein Aluminium-Zielfernrohr in Montageringen aus Stahl gehalten wird. Kritisch wird es, wenn sich im Stahllauf einer Büchse Kupfer-/Tombakrückstände befinden: Kupfer ist edler als Laufstahl. Der Laufstahl wird um die Kupferreste herum zerfressen und der Lauf weist im Inneren einen Lochfraß auf.

Auch Stahlschrauben in einer Aluminiumkomponente können zu galvanischer Korrosion führen. Oder die Verwendung minderwertiger Dübel und Schrauben zur Verankerung des Schranks im feuchten Kellerbeton ohne Isolierung. Das Anlehnen eines Stahllaufes an einer Langwaffenhalterung, die aus einem anderen Metall besteht. Die Liste von Waffenaufbewahrungs-Fails dieser Art ist lang; es läuft aber immer darauf hinaus, dass zwei unterschiedliche Metalle Körperkontakt haben.

Zur Beruhigung

Moderne Waffen, deren Läufe, Handguards, Zielfernrohre, Montageringe usw. sind normalerweise eloxiert, beschichtet, lackiert oder mit anderen Arten von Schutzfilmen überzogen. Das Vorkommen von galvanischer Korrosion ist bei modernen Neuwaffen daher äußerst selten, sofern die räumlichen Umstände der Waffenaufbewahrung keine extremen Ausmaße annehmen. Ältere Waffen, die vielleicht unter anderen Produktionsbedingungen oder -vorgaben gefertigt wurden oder deren Beschichtung fehlt, sind für galvanische Korrosion anfälliger.

Präventiv empfiehlt es sich dennoch immer, unterschiedliche Metalle im Waffenschrank nicht in unmittelbarem Körperkontakt zueinander aufzubewahren.

FAQ 1

Test Ant

Markus Hartmann, Geschäftsführer

Noch Fragen zu Ihrer Sicherheitslösung? Wir beraten Sie persönlich!

Die Wahl des richtigen Tresors ist Vertrauenssache. Egal ob Widerstandsgrad, VdS-Zertifizierung oder Einbaufragen – unser Expertenteam steht Ihnen jederzeit persönlich zur Seite, damit Sie genau den Schutz finden, der zu Ihnen passt.

Mo–Fr: 8–18 Uhr