Die wichtigsten Infos zum Waffengesetz und Waffenrecht.

Für eine sichere und gesetzeskonforme Waffenaufbewahrung.

In Deutschland muss ein Waffenschrank den Vorgaben des Waffengesetzes (WaffG) entsprechen. Abhängig von der Art und der Anzahl der Waffen, die untergebracht werden müssen, ist für den Waffentresor ein bestimmter Widerstandsgrad nach EN 1143-1 bzw. eine Sicherheitsstufe nach VDMA 24992 vorgeschrieben.

Daran wird sich jedoch in Kürze etwas ändern: Am 18. Mai 2017 hat der Bundestag beschlossen, die Vorschriften zur Waffenaufbewahrung zu verschärfen. Am 2. Juni 2017 ist die Novelle des Waffengesetzes vom Bundesrat verabschiedet worden und wird in wenigen Wochen mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten.

Nach der Neuregelung müssen erlaubnispflichtige Schusswaffen in einem Waffenschrank mit mindestens Widerstandsgrad N(0) nach EN 1143-1 untergebracht werden. Waffenschränke der Sicherheitsstufen A und B nach VDMA 24992 sind nicht mehr zulässig. Bisher genutzte A- und B-Waffenschränke genießen jedoch weiterhin Bestandsschutz.

Die wichtigsten Informationen zu den Vorschriften sowie Original-Quellen haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt.

Neue Beschlüsse
zur Waffenaufbewahrung

Am 18. Mai 2017 hat der Bundestag in seiner Sitzung Änderungen des Waffengesetzes beschlossen, die vom Bundesrat am 2. Juni 2017 verabschiedet wurden. Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger wird das neue Gesetz in Kraft treten.

Unter anderem werden die Vorschriften zur Waffenaufbewahrung verschärft. Nach der Neuregelung müssen erlaubnispflichtige Schusswaffen in einem Waffenschrank mit mindestens Widerstandsgrad 0 nach EN 1142-1 aufbewahrt werden. Die Sicherheitsstufen A und B nach VDMA 24992 (05/95) sind künftig nicht mehr zugelassen. Damit trägt die Bundesregierung der Tatsache Rechnung, dass der VDMA (Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau) die Bauvorschrift VDMA 24992 bereits zum 31.12.2003 zurückgezogen hatte, da sie technisch veraltet war. Seitdem wurde die Einhaltung der Vorschrift auch nicht mehr vom VDMA kontrolliert.

Waffenbesitzer von A- und B-Waffenschränken brauchen sich dennoch keine Sorgen zu machen: Die bisher genutzen Schränke genießen Bestandsschutz und dürfen weiterhin zur Waffenaufbewahrung verwendet werden!

Das deutsche Waffengesetz
Sicherheit hat oberste Priorität

Das aktuelle deutsche Waffengesetz gilt seit dem 1. April 2003. Die dazugehörige Allgemeine Waffengesetz-Verordung ist seit dem 1. Dezember 2003 in Kraft. Darin wurde erstmals detailliert geregelt, wie Waffenbesitzer ihre Waffen und ihre Munition im privaten Bereich aufzubewahren haben.

Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zur Waffenaufbewahrung sind in § 36 des Waffengesetzes sowie in § 13 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV) festgehalten.

Dort heißt es unter anderem, dass jeder, der Waffen und Munition besitzt, die "erforderlichen Vorkehrungen zu treffen (hat), um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen." (WaffG, § 36, Absatz 1).

Was darunter konkret zu verstehen ist, gibt § 36 Absatz 2 an: "Schusswaffen, deren Erwerb nicht von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, und verbotene Waffen sind mindestens in einem der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997) entsprechenden oder gleichwertigen Behältnis aufzubewahren" (Waffg., § 36, Abs. 2). Als gleichwertig wird hier ein Waffenschrank mit Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995) angesehen. Dies wird sich jedoch mit dem neuen Waffengesetz ändern, wie Sie im Abschnitt "Waffengesetz 2017" nachlesen können.

Etwas ausführliche Erläuterungen darüber, welche und wie viele Waffen in Waffenschränken der verschiedenen Sicherheitsstufen und Widerstandsgrade untergebracht werden dürfen, enthält § 13 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV).

Weitere Regelungen
Umsetzung internationaler Vorgaben

Am 1. April 2008 traten Neuregelungen in Kraft, mit denen Deutschland internationale Vorgaben zur Kennzeichnung und polizeilichen Nachverfolgung von Schusswaffen umgesetzt hat. Im Einzelnen waren dies eine neue Kennzeichnung von Schusswaffen, ein Führensverbot für Feuerwaffenimitate, das Verbot des Führens bestimmter Messer und die Blockierung von Erbwaffen.

Am 25. Juli 2009 wurde das deutsche Waffengesetz wiederum in einigen Punkten verschärft. Die wichtigsten Änderungen in Zusammenhang mit der Aufbewahrung von Waffen waren:

  • Kontrolle der sicheren Aufbewahrung von Waffen und Munition in Räumlichkeiten der Waffenbesitzer wird verfassungskonform ausgeweitet.

  • Strafbewehrung der vorschriftswidrigen Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition, wenn dadurch die Gefahr besteht, dass diese Gegenstände abhanden kommen.

(Quelle: Bundesministerium des Innern/www.bmi.bund.de)

Welche Paragraphen im Detail geändert wurden und welche Intentionen die Bundesregierung mit diesen Änderungen verfolgt hat, können Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums des Innern nachlesen.

Die Verwaltungsvorschrift
Klarheit für Behörden und Waffenbesitzer

Die WaffVwV enthält Auslegungsregelungen für das Waffengesetz von 2003 sowie für die Änderungen von 2008 und 2009. Mit diesen Regelungen soll sowohl den zuständigen Behörden als auch den Waffenbesitzern die korrekte Interpretation des Waffengesetzes ermöglicht werden. Die Verwaltungsvorschrift im Wortlaut können Sie hier nachlesen oder downloaden.

Korrekte Waffenaufbewahrung -
gehen Sie auf "Nummer sicher"!

Das deutsche Waffengesetz ist für alle Waffenbesitzer innerhalb der Bundesrepublik Deutschland bindend. Insbesondere im Hinblick auf die verschärften Kontrollmöglichkeiten der Behörden sollten Waffenbesitzer bezüglich der Aufbewahrung ihrer Waffen auf "Nummer sicher" gehen.

Sollten Sie nicht sicher sein, was für einen Waffentresor Sie für Ihre Waffen und Munition benötigen oder ob Ihr "alter" Waffenschrank noch dem aktuellen Waffenrecht entspricht, sprechen Sie mit Ihrer zuständigen Behörde. In der Regel sind dies die Ordnungsämter oder Polizeibehörden, die auch die entsprechenden Waffenschrankkontrollen durchführen.

Selbstverständlich sind aber auch unsere Fachberater Experten auf diesem Gebiet und stehen Ihnen jederzeit gerne für Ihre Fragen zur Verfügung - sowohl, wenn Sie Fragen zur korrekten Waffenaufbewahrung nach dem Waffenrecht haben, als auch, wenn Sie eine Beratung zu unseren Waffenschränken wünschen. Rufen Sie uns einfach an!